Saison
Pollenflug im Oktober: Diese Pollen fliegen jetzt
Der Pollenflug im Oktober fällt in Deutschland so gering aus wie in kaum einem anderen Monat: Lediglich Ambrosia kann in den ersten Oktobertagen noch letzte Pollen freisetzen, ansonsten ist die Luft weitgehend pollenarm. Für die meisten Allergiker beginnt damit eine deutliche Entspannungsphase - zugleich startet mit der Heizsaison allerdings die Zeit der Hausstaubmilben, die bei empfindlichen Personen ganz ähnliche Beschwerden auslösen können.
Diese Pollen fliegen im Oktober
Ambrosia: Die Ambrosia ist die letzte relevante Pollenart des Jahres. Ihre Blüte reicht in Deutschland etwa von August bis in den Oktober, wobei im Oktober nur noch die letzten Ausläufer zu erwarten sind - meist beschränkt auf die ersten Tage des Monats und auf Regionen mit größeren Ambrosia-Beständen, etwa entlang von Verkehrswegen, auf Brachflächen oder in Teilen Süd- und Ostdeutschlands. Bei mildem, trockenem Herbstwetter kann sich die Blüte etwas länger hinziehen, mit den ersten kühlen Nächten endet sie in der Regel endgültig. Da Ambrosiapollen schon in geringen Mengen Beschwerden auslösen können, sollten Betroffene zu Monatsbeginn noch aufmerksam bleiben. Mehr zur Pflanze lesen Sie im Steckbrief zu Ambrosiapollen.
Beifuß: Die Beifußblüte liegt schwerpunktmäßig zwischen Juli und September und ist im Oktober abgeschlossen. Wer auf Beifuß reagiert, kann in diesem Monat also in aller Regel aufatmen. Da Beifuß- und Ambrosiapollen sich allergologisch ähneln, reagieren manche Beifuß-Allergiker allerdings auch auf die letzten Ambrosiapollen zu Monatsbeginn. Einen Überblick bietet der Steckbrief zu Beifußpollen.
Gräser: Die Gräsersaison reicht in Deutschland etwa von Mai bis August und ist im Oktober seit Wochen beendet. Nennenswerte Belastungen treten in diesem Monat nicht mehr auf. Für Gräserallergiker ist der Herbst damit eine gute Gelegenheit, wieder unbeschwert Zeit im Freien zu verbringen.
Baumpollen: Hasel, Erle, Esche und Birke blühen zwischen Winter und Frühjahr - im Oktober fliegen keine Baumpollen. Die nächste Saison kündigt sich allerdings früher an, als viele erwarten: In milden Wintern kann die Hasel bereits ab Dezember erste Pollen freisetzen.
Übersichtstabelle
| Pollenart | Belastung im Oktober | Tendenz |
|---|---|---|
| Ambrosia | sehr gering, nur Anfang Oktober | letzte Ausläufer, endend |
| Beifuß | keine | Saison beendet |
| Gräser | keine | Saison beendet |
| Baumpollen (Hasel, Erle, Esche, Birke) | keine | Saison beendet, Hasel folgt im Winter |
Die Angaben beschreiben den typischen Verlauf in Deutschland. Je nach Witterung und Region können sich Blühbeginn und Blühende um mehrere Wochen verschieben - ein warmer, trockener Herbst kann die Ambrosiablüte etwas verlängern, früher Frost beendet sie schlagartig.
Was bedeutet das für Allergiker?
Der Oktober ist für die meisten Pollenallergiker der entspannteste Monat seit dem Winter. Ambrosia-Allergiker sollten in den ersten Oktobertagen noch einen Blick auf die tagesaktuelle Pollenflug-Vorhersage für Ihren Ort werfen, danach ist die Luft in der Regel frei von relevanten Pollenmengen. Gleichzeitig beginnt mit dem Start der Heizsaison die Hausstaubmilben-Zeit: Trockene, warme Heizungsluft und viel Zeit in geschlossenen Räumen sorgen dafür, dass Milbenallergiker jetzt häufig verstärkt Beschwerden bemerken. Diese Maßnahmen sind im Oktober sinnvoll:
- Nutzen Sie die pollenarme Zeit für eine gründliche Reinigung der Wohnung, um Pollenreste aus dem Sommer von Polstern, Vorhängen und Teppichen zu entfernen.
- Lüften Sie jetzt wieder ausgiebig und zu jeder Tageszeit - regelmäßiges Stoßlüften senkt zudem die Luftfeuchtigkeit und bremst Hausstaubmilben.
- Waschen Sie Bettwäsche regelmäßig bei 60 Grad und lassen Sie Kissen und Decken gut auslüften.
- Halten Sie das Schlafzimmer möglichst kühl und heizen Sie es nicht dauerhaft stark auf.
- Bei bekannter Milbenallergie können milbendichte Bezüge (Encasings) für Matratze und Bettzeug sinnvoll sein - lassen Sie sich dazu ärztlich beraten.
- Ein guter Zeitpunkt ist der Herbst auch, um den Innenraumfilter im Auto zu wechseln, bevor die nächste Pollensaison beginnt.
Wenn Ihre Beschwerden im Oktober trotz weitgehend pollenfreier Luft anhalten oder sich in Innenräumen sogar verstärken, steckt womöglich keine Pollenallergie dahinter, sondern eine Reaktion auf Hausstaubmilben oder Schimmelsporen. Lassen Sie solche Symptome ärztlich abklären - eine genaue Diagnose ist die Grundlage für jede wirksame Behandlung. Auch für die Planung einer Hyposensibilisierung ist der Herbst ein häufig gewählter Zeitpunkt, da die nächste Pollensaison noch einige Monate entfernt ist.
Ausblick: So geht es im November weiter
Im November ist die Pollensaison in Deutschland flächendeckend beendet - auch die letzten Ambrosiapollen sind dann aus der Luft verschwunden. Für Pollenallergiker ist es der ruhigste Monat des Jahres. Im Vordergrund stehen nun Innenraum-Allergene, allen voran die Hausstaubmilben, deren Belastung mit der laufenden Heizsaison weiter zunimmt. Wer auf Frühblüher reagiert, sollte den Winter im Blick behalten: In milden Jahren kann die Hasel schon ab Dezember mit der Blüte beginnen und die neue Saison einläuten.
Häufige Fragen
Fliegen im Oktober überhaupt noch Pollen?
Nur in sehr geringem Umfang. Anfang Oktober können regional noch letzte Ambrosiapollen unterwegs sein, vor allem in Gebieten mit größeren Beständen. Ansonsten ist die Luft im Oktober weitgehend pollenarm - die Saison von Gräsern, Beifuß und allen Baumpollen ist beendet.
Warum habe ich im Oktober weiterhin allergische Beschwerden?
Halten Schnupfen, Niesreiz oder gereizte Augen trotz pollenarmer Luft an, kommen häufig Hausstaubmilben als Auslöser infrage - ihre Belastung steigt mit Beginn der Heizsaison spürbar. Auch Schimmelsporen können im Herbst eine Rolle spielen. Eine ärztliche Abklärung schafft Klarheit über die tatsächliche Ursache.
Wann beginnt die nächste Pollensaison?
Die neue Saison startet mit den Frühblühern: Die Hasel kann in milden Wintern bereits ab Dezember blühen, die Erle folgt typischerweise ab Januar. Je nach Witterung verschiebt sich der Start um mehrere Wochen - ein strenger Winter verzögert den Blühbeginn, milde Temperaturen ziehen ihn vor.
Quellen & weiterführende Informationen
- Deutscher Wetterdienst (DWD) — Pollenflug-Gefahrenindex
- Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB)
- Deutsche Haut- und Allergiehilfe (DHA)
- Robert Koch-Institut — Allergische Erkrankungen
- European Centre for Allergy Research Foundation (ECARF)
- Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID)
Stand: 03.08.2026
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