Saison

Pollenflug im November: Diese Pollen fliegen jetzt

Von Sebastian Wiercinski · FUTR UG (haftungsbeschränkt)
Veröffentlicht am · Zuletzt aktualisiert am
Kein Arzt - allgemeine Information, keine medizinische Beratung.

Der Pollenflug im November ist in Deutschland praktisch zum Erliegen gekommen - die Luft ist jetzt so pollenarm wie in kaum einem anderen Monat des Jahres. Für Pollenallergikerinnen und Pollenallergiker ist der November damit ein Monat zum Durchatmen. Wer dennoch mit laufender Nase oder juckenden Augen kämpft, sollte an andere Auslöser denken: Mit Beginn der Heizsaison rücken vor allem Hausstaubmilben in den Vordergrund.

Diese Pollen fliegen im November

Die kurze Antwort: so gut wie keine. Alle allergologisch relevanten Pollenarten haben ihre Saison beendet oder noch nicht begonnen. Der November liegt genau in der Lücke zwischen dem Ende der Kräuterblüte im Herbst und dem Start der Frühblüher im Winter. Verschiebungen durch Witterung und Region sind beim Pollenflug zwar immer möglich - im November wirken sie sich aber kaum aus, weil schlicht keine Art in Blüte steht.

Frühblüher: Hasel und Erle ruhen noch

Die Hasel ist die erste Pollenart der neuen Saison. Ihre Blütezeit reicht grob von Dezember bis März - im November setzt sie in aller Regel noch keine Pollen frei. Nur nach außergewöhnlich milden Herbstwochen kann sich der Saisonstart in klimatisch begünstigten Lagen etwas nach vorne schieben. Auch die Erle, deren Blüte von Januar bis April reicht, ruht im November noch vollständig. Für Frühblüher-Allergiker ist der Monat deshalb vor allem eines: die letzte ruhige Phase vor der neuen Saison.

Kräuter: Beifuß und Ambrosia sind verblüht

Die Beifuß-Blüte (Juli bis September) ist im November längst abgeschlossen. Auch die Ambrosia, die als Spätblüher noch bis in den Oktober hinein Pollen freisetzen kann, hat ihre Saison beendet. Nennenswerte Belastungen durch Kräuterpollen sind im November nicht mehr zu erwarten.

Gräser und übrige Baumpollen

Gräser (Mai bis August), Roggen (Mai bis Juni), Birke (April bis Mai) und Esche (März bis Mai) spielen im November keine Rolle. Diese Arten starten erst im Frühjahr wieder in die Blüte - für die betroffenen Allergikerinnen und Allergiker bleibt es noch mehrere Monate ruhig.

Hausstaubmilben: die eigentliche Belastung im November

Hausstaubmilben sind zwar keine Pollen, für viele Allergiker aber der wichtigste Auslöser in dieser Jahreszeit. In der Heizperiode wird seltener und kürzer gelüftet, die trockene Heizungsluft wirbelt milbenhaltigen Staub auf, und wir verbringen mehr Zeit in geschlossenen Räumen. Typische Beschwerden sind eine verstopfte oder laufende Nase am Morgen, Niesreiz und gereizte Augen - Symptome, die leicht mit einer Erkältung verwechselt werden. Halten die Beschwerden über Wochen an, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Übersichtstabelle

PollenartBelastung im NovemberTendenz
Haselkeine Belastunggleichbleibend, ab Dezember erste Pollen möglich
Erlekeine Belastunggleichbleibend
Eschekeine Belastunggleichbleibend
Birkekeine Belastunggleichbleibend
Gräser und Roggenkeine Belastunggleichbleibend
Beifußkeine Belastung, Saison beendetgleichbleibend
Ambrosiakeine Belastung, Saison beendetgleichbleibend

Was bedeutet das für Allergiker?

Als Pollenallergiker können Sie den November in vollen Zügen genießen: Aktivitäten im Freien, Sport und lange Spaziergänge sind ohne Einschränkungen möglich. Gleichzeitig ist der Monat die ideale Zeit, um zwei Dinge anzugehen - die Hausstaubmilben-Belastung in der Wohnung zu senken und sich in Ruhe auf die kommende Frühblüher-Saison vorzubereiten. Wann die neue Saison tatsächlich startet, hängt von der Witterung ab; die tagesaktuelle Pollenflug-Vorhersage für Ihren Ort zeigt Ihnen zuverlässig, sobald sich wieder erste Pollen in der Luft bewegen.

Diese Maßnahmen sind im November besonders sinnvoll:

  • Lüften Sie trotz Heizsaison regelmäßig kurz und stoßweise - das senkt die Luftfeuchtigkeit und verbessert das Raumklima.
  • Waschen Sie Bettwäsche regelmäßig bei 60 Grad und lassen Sie sich bei einer bekannten Milbenallergie zu Encasings (milbendichten Matratzenbezügen) beraten.
  • Reduzieren Sie Staubfänger im Schlafzimmer und saugen Sie möglichst mit einem Gerät mit Feinstaubfilter.
  • Klären Sie unklare Dauerbeschwerden ärztlich ab - hinter einer vermeintlichen Dauererkältung kann eine Milbenallergie stecken.
  • Nutzen Sie die pollenfreie Zeit für einen Termin in der Allergologie: Jetzt lassen sich Tests, die Auffrischung Ihrer Medikamente und Therapieoptionen wie eine spezifische Immuntherapie in Ruhe besprechen.
  • Montieren oder erneuern Sie Pollenschutzgitter an den Fenstern, bevor die Frühblüher starten.

Gerade der letzte Punkt lohnt sich: Eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) wird häufig in der pollenfreien Zeit begonnen, damit der Körper bis zum Saisonstart bereits einige Behandlungsmonate hinter sich hat. Ob das für Sie infrage kommt, entscheiden Sie am besten gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Ausblick: So geht es im Dezember weiter

Im Dezember beginnt langsam die neue Pollensaison: Die Hasel kann bei milder Witterung ihre ersten Kätzchen öffnen und geringe Pollenmengen freisetzen - vor allem in klimatisch begünstigten Regionen wie Weinbaugebieten oder wärmeren Stadtlagen. Die Belastung bleibt in der Regel niedrig, empfindliche Frühblüher-Allergiker können an einzelnen milden Tagen aber bereits erste Symptome bemerken. Bei anhaltendem Frost bleibt die Luft dagegen weiterhin pollenfrei.

Häufige Fragen

Fliegen im November überhaupt noch Pollen?

Praktisch nicht. Alle relevanten Arten haben ihre Blüte beendet oder noch nicht begonnen - der November zählt zusammen mit dem Oktober zu den pollenärmsten Monaten des Jahres. Erst ab Dezember kann die Hasel bei milder Witterung wieder erste Pollen freisetzen.

Warum habe ich im November trotzdem Allergie-Symptome?

Häufigster Auslöser in dieser Jahreszeit sind Hausstaubmilben, deren Belastung mit Beginn der Heizsaison typischerweise zunimmt. Auch Schimmelpilzsporen in Innenräumen oder Tierhaare kommen als Ursache infrage. Bleiben die Beschwerden bestehen, hilft ein Allergietest bei einer Ärztin oder einem Arzt, den Auslöser einzugrenzen.

Wann beginnt die neue Pollensaison?

Den Auftakt macht die Hasel, deren Blütezeit von Dezember bis März reicht - gefolgt von der Erle ab etwa Januar. Wie früh es tatsächlich losgeht, hängt von Witterung und Region ab: Milde Winter und wärmebegünstigte Lagen verschieben den Start nach vorne. Mit der tagesaktuellen Vorhersage erkennen Sie den Saisonbeginn für Ihre Region rechtzeitig.

Quellen & weiterführende Informationen

Stand: 03.08.2026

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