Saison
Pollenflug im Juni: Diese Pollen fliegen jetzt
Der Pollenflug im Juni wird klar von den Gräsern dominiert: Sie stehen jetzt in ihrer Hauptsaison und erreichen in diesem Monat vielerorts die höchste Belastung des gesamten Jahres. Ebenfalls in der Hauptsaison ist der Roggen, dessen Blüte im Juni allerdings allmählich zu Ende geht. Die Baumpollen des Frühjahrs - etwa Birke und Esche - spielen im Juni dagegen praktisch keine Rolle mehr.
Diese Pollen fliegen im Juni
Der Juni ist für viele Allergikerinnen und Allergiker der anspruchsvollste Monat des Jahres. Zwar ist die Baumpollensaison weitgehend abgeschlossen, dafür laufen die Gräser jetzt zur Hochform auf. Wie stark die Belastung an einem einzelnen Tag tatsächlich ausfällt, hängt von Wetter und Region ab - ein Blick auf die tagesaktuelle Pollenflug-Vorhersage für Ihren Ort lohnt sich daher gerade jetzt täglich.
Gräser - Hauptsaison mit Jahreshöhepunkt
Die Gräserpollen sind im Juni die mit Abstand wichtigste Belastungsquelle. Die Blütezeit der Gräser reicht in Deutschland etwa von Mai bis August, und der Juni markiert dabei typischerweise den Höhepunkt: In diesem Monat wird verbreitet die höchste Gräserbelastung des Jahres erreicht. Da Gräser nahezu überall wachsen - auf Wiesen, an Wegrändern, in Parks und Gärten - ist die Belastung sowohl auf dem Land als auch in der Stadt spürbar. An warmen, trockenen und windigen Tagen können die Konzentrationen besonders hoch ausfallen.
Roggen - Hauptsaison, aber auslaufend
Auch der Roggen befindet sich im Juni noch in seiner Hauptsaison. Seine Blütezeit erstreckt sich in der Regel von Mai bis Juni, sodass die Belastung im Laufe des Monats allmählich nachlässt. Roggen ist ein besonders starker Pollenproduzent: In der Nähe blühender Roggenfelder kann die Konzentration zeitweise sehr hoch sein. Wer auf Gräserpollen reagiert, verspürt häufig auch beim Roggen Beschwerden, da beide botanisch eng verwandt sind.
Baumpollen - weitgehend vorbei
Die großen Baumpollen des Frühjahrs haben ihre Saison im Juni hinter sich: Die Birke blüht üblicherweise von April bis Mai, die Esche von März bis Mai. Allenfalls in höheren Lagen oder nach einem sehr kühlen Frühjahr können vereinzelt noch geringe Restbelastungen auftreten. Für die meisten Betroffenen mit einer reinen Baumpollen-Allergie ist der Juni daher bereits ein spürbar entspannterer Monat.
Kräuterpollen - noch Ruhe vor Beifuß und Ambrosia
Die Kräuterpollen-Saison hat im Juni noch nicht begonnen. Der Beifuß blüht typischerweise von Juli bis September, Ambrosia folgt etwa von August bis Oktober. Je nach Witterung können erste Beifußpollen gegen Ende des Monats vereinzelt auftreten, eine nennenswerte Belastung ist im Juni jedoch üblicherweise noch nicht zu erwarten.
Übersichtstabelle
Die folgende Tabelle fasst die typische Situation im Juni zusammen. Beachten Sie: Je nach Witterung und Region können sich Blühzeiten und Belastung um einige Wochen verschieben.
| Pollenart | Belastung im Juni | Tendenz |
|---|---|---|
| Gräser | hoch (Hauptsaison, Jahreshöhepunkt) | gleichbleibend hoch |
| Roggen | hoch (Hauptsaison) | abnehmend zum Monatsende |
| Birke | keine bis sehr gering | Saison beendet |
| Esche | keine bis sehr gering | Saison beendet |
| Beifuß | noch keine relevante Belastung | Saison beginnt im Juli |
Was bedeutet das für Allergiker?
Wer auf Gräser- oder Roggenpollen reagiert, sollte den Juni bewusst planen. Mit einigen Alltagsmaßnahmen lässt sich der Pollenkontakt oft deutlich reduzieren - sie ersetzen jedoch keine ärztliche Behandlung:
- Lüften nach Tageszeit: In ländlichen Regionen ist die Gräserpollen-Konzentration häufig morgens am höchsten, in Städten eher abends. Lüften Sie bevorzugt in den belastungsärmeren Stunden und halten Sie die Fenster ansonsten geschlossen.
- Frisch gemähte Wiesen meiden: Beim Mähen werden Pollen und Pflanzenteile aufgewirbelt. Halten Sie an solchen Tagen Abstand zu Wiesen und übernehmen Sie das Rasenmähen möglichst nicht selbst.
- Sport clever timen: Ausdauersport im Freien ist bei hoher Gräserbelastung ungünstig. Nutzen Sie Zeiten nach längerem Regen, wenn die Luft vorübergehend sauberer ist.
- Abends Haare waschen: Duschen Sie nach Aufenthalten im Freien und waschen Sie die Haare vor dem Schlafengehen, damit Pollen nicht ins Bett gelangen. Straßenkleidung besser nicht im Schlafzimmer ablegen.
- Wäsche drinnen trocknen: Auf der Leine im Garten sammeln Textilien in der Hochsaison viele Pollen ein.
- Pollenschutz nutzen: Pollenschutzgitter am Fenster und ein intakter Innenraumfilter im Auto können die Belastung zusätzlich verringern.
Wenn Ihre Beschwerden trotz solcher Maßnahmen stark ausgeprägt sind, länger anhalten oder erstmals auftreten, sollten Sie die Symptome ärztlich abklären lassen. Gerade bei Anzeichen wie Husten, pfeifender Atmung oder Atemnot ist eine medizinische Untersuchung wichtig, da sich aus einem unbehandelten Heuschnupfen ein allergisches Asthma entwickeln kann.
Ausblick: So geht es im Juli weiter
Im Juli bleiben die Gräser das beherrschende Thema, auch wenn der absolute Höhepunkt vielerorts überschritten ist. Die Roggenblüte endet, dafür beginnt mit dem Beifuß die Kräuterpollen-Saison: Er blüht typischerweise von Juli bis September und ist für viele Betroffene der wichtigste Kräuterpollen-Auslöser des Spätsommers. Wer sowohl auf Gräser als auch auf Beifuß reagiert, muss im Juli daher mit einer Doppelbelastung rechnen.
Häufige Fragen
Ist der Juni der schlimmste Monat für Gräserallergiker?
Für viele Betroffene ja: Im Juni erreicht die Gräserbelastung typischerweise ihren Jahreshöhepunkt. Je nach Witterung und Region kann der Schwerpunkt allerdings auch etwas früher oder später liegen. Ein warmes, trockenes Frühjahr kann die Hauptblüte vorverlegen, ein kühler Mai sie nach hinten verschieben.
Warum reagiere ich im Juni auf Roggen, obwohl ich Gräserallergiker bin?
Roggen ist ein Süßgras und mit den Wiesengräsern eng verwandt. Die Eiweiße in den Pollen ähneln sich stark, sodass viele Menschen mit einer Gräserpollen-Allergie auch auf Roggenpollen reagieren. In der Nähe blühender Roggenfelder kann die Belastung im Juni deshalb besonders deutlich spürbar sein.
Hilft Regen im Juni gegen die Pollenbelastung?
Länger anhaltender Regen wäscht Pollen aus der Luft und sorgt vorübergehend für Entlastung - direkt danach ist oft ein guter Zeitpunkt zum Lüften oder für Aktivitäten im Freien. Kurze Schauer oder Gewitter können die Beschwerden dagegen zeitweise sogar verstärken, weil Pollen aufgewirbelt und in kleinste Partikel zerlegt werden können. Verlassen Sie sich daher am besten auf die aktuelle Vorhersage statt auf den Blick aus dem Fenster.
Quellen & weiterführende Informationen
- Deutscher Wetterdienst (DWD) — Pollenflug-Gefahrenindex
- Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB)
- Deutsche Haut- und Allergiehilfe (DHA)
- Robert Koch-Institut — Allergische Erkrankungen
- European Centre for Allergy Research Foundation (ECARF)
- Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID)
Stand: 03.08.2026
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