Saison

Pollenflug im Juli: Diese Pollen fliegen jetzt in Deutschland

Von Sebastian Wiercinski · FUTR UG (haftungsbeschränkt)
Veröffentlicht am · Zuletzt aktualisiert am
Kein Arzt - allgemeine Information, keine medizinische Beratung.

Der Pollenflug im Juli wird in Deutschland vor allem von Gräserpollen bestimmt: Die Belastung bleibt hoch, klingt im Laufe des Monats aber langsam ab. Ab Mitte bis Ende Juli beginnt zusätzlich die Blüte des Beifußes, während Roggenpollen nur noch vereinzelt in der Luft sind. Wie stark die Belastung an einem konkreten Tag ausfällt, hängt von Witterung und Region ab - ein täglicher Blick auf die aktuelle Prognose lohnt sich daher besonders in diesem Monat.

Diese Pollen fliegen im Juli

Gräser: Gräserpollen sind im Juli weiterhin die wichtigste Pollenart. Die Hauptblütezeit der Gräser reicht in Deutschland etwa von Mai bis August, sodass im Juli vielerorts noch mit hohen bis mäßigen Konzentrationen zu rechnen ist. Im Monatsverlauf nimmt die Belastung meist langsam ab, kann an warmen, windigen Tagen aber immer wieder ansteigen. In höheren Lagen und in Regionen mit spät gemähten Wiesen hält die Gräserblüte oft länger an. Details zu Blütezeit und typischen Beschwerden finden Sie im Steckbrief zu Gräserpollen.

Beifuß: Mit dem Juli beginnt der Übergang von der Gräser- zur Kräutersaison. Der Beifuß startet seine Blüte je nach Witterung meist Mitte bis Ende Juli und bleibt anschließend bis in den September relevant. Zu Monatsbeginn ist die Belastung in der Regel noch gering, kann gegen Monatsende aber spürbar zunehmen - vor allem an Wegrändern, auf Brachflächen und entlang von Böschungen, wo Beifuß häufig wächst. Mehr zur Pflanze und ihrer Allergiewirkung lesen Sie im Steckbrief zu Beifußpollen.

Roggen: Die Roggenblüte liegt schwerpunktmäßig im Mai und Juni. Im Juli klingt die Belastung deshalb deutlich ab, in kühleren Regionen oder nach einem späten Blühbeginn können aber noch einzelne Pollen unterwegs sein. Da Roggen zu den besonders pollenreichen Getreidearten zählt, reagieren empfindliche Personen mitunter auch auf geringe Restmengen. Einen Überblick bietet der Steckbrief zu Roggenpollen.

Baumpollen: Die Blüte der wichtigsten allergenen Bäume ist im Juli abgeschlossen. Hasel und Erle fliegen typischerweise zwischen Dezember und April, Esche und Birke im Frühjahr bis etwa Mai. Wer ausschließlich auf Baumpollen reagiert, hat im Hochsommer daher meist eine beschwerdearme Zeit.

Übersichtstabelle

PollenartBelastung im JuliTendenz
Gräserhoch bis mäßiglangsam abklingend
Beifußgering, ab Mitte/Ende Juli zunehmendbeginnend
Roggengeringabklingend
Baumpollen (Hasel, Erle, Esche, Birke)keine bis sehr geringSaison beendet

Die Angaben beschreiben den typischen Verlauf in Deutschland. Je nach Witterung und Region können sich Blühbeginn und Blühende um mehrere Wochen verschieben - ein kühles Frühjahr verzögert die Saison, ein warmer Sommer kann sie beschleunigen.

Was bedeutet das für Allergiker?

Für Menschen mit Gräserallergie bleibt der Juli ein anspruchsvoller Monat, auch wenn der Höhepunkt der Saison meist überschritten ist. Wer zusätzlich auf Beifuß reagiert, sollte ab der Monatsmitte aufmerksam werden. Prüfen Sie am besten morgens die tagesaktuelle Pollenflug-Vorhersage für Ihren Ort und planen Sie Aktivitäten im Freien nach Möglichkeit in Zeiten geringer Belastung. Diese Maßnahmen können im Juli zusätzlich helfen:

  • Meiden Sie frisch gemähte Wiesen und lassen Sie das Rasenmähen möglichst von anderen erledigen.
  • Lüften Sie in Zeiten geringer Belastung - in ländlichen Regionen häufig eher abends, in Städten oft eher morgens.
  • Waschen Sie abends die Haare oder duschen Sie, wenn Sie tagsüber viel draußen waren, damit weniger Pollen ins Schlafzimmer gelangen.
  • Trocknen Sie Wäsche während der Gräsersaison möglichst nicht im Freien.
  • Halten Sie Autofenster geschlossen und nutzen Sie, sofern vorhanden, einen Innenraumfilter.
  • Wenn Sie auf Beifuß reagieren: Meiden Sie ab Ende Juli Wegränder, Bahndämme und Brachflächen, auf denen das Kraut häufig steht.

Nach Regenschauern ist die Luft oft vorübergehend pollenärmer - ein guter Zeitpunkt zum Lüften oder für Sport im Freien. Wenn Ihre Beschwerden trotz solcher Maßnahmen stark bleiben, Ihren Schlaf beeinträchtigen oder erstmals auftreten, sollten Sie die Symptome ärztlich abklären lassen. Auch die Frage, welche Medikamente oder Therapien für Sie geeignet sind, gehört in ärztliche Hände.

Ausblick: So geht es im August weiter

Im August setzt sich der Wechsel zur Kräutersaison fort: Die Gräserbelastung geht weiter zurück, bleibt aber je nach Region und Witterung noch spürbar. Der Beifuß erreicht seine Hauptblüte und bestimmt dann zusammen mit den abklingenden Gräsern das Bild. Zusätzlich beginnt ab August die Blüte der Ambrosia, die bis in den Oktober reichen kann und regional - etwa entlang von Verkehrswegen - starke Beschwerden auslösen kann. Für Kräuterallergiker startet damit die intensivste Phase des Jahres.

Häufige Fragen

Welche Pollen sind im Juli am stärksten?

Im Juli dominieren Gräserpollen die Belastung in Deutschland. Sie fliegen den ganzen Monat über, wobei die Konzentrationen im Vergleich zum Frühsommer meist langsam zurückgehen. Gegen Monatsende kommt zunehmend Beifuß hinzu.

Wann beginnt die Beifußblüte?

Der Beifuß beginnt seine Blüte in Deutschland typischerweise Mitte bis Ende Juli. Je nach Witterung kann der Start einige Tage früher oder später liegen. Die Blüte zieht sich anschließend bis in den September, mit der stärksten Belastung meist im August.

Ist die Pollensaison im Juli bald vorbei?

Nein, für viele Allergiker geht die Saison noch weiter. Die Gräserblüte reicht bis etwa August, danach folgen mit Beifuß (Juli bis September) und Ambrosia (August bis Oktober) zwei relevante Kräuterpollen. Beschwerdefrei wird es für die meisten Betroffenen erst im Spätherbst.

Quellen & weiterführende Informationen

Stand: 03.08.2026

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