Saison

Pollenflug im Januar: Diese Pollen fliegen jetzt

Von Sebastian Wiercinski · FUTR UG (haftungsbeschränkt)
Veröffentlicht am · Zuletzt aktualisiert am
Kein Arzt - allgemeine Information, keine medizinische Beratung.

Der Pollenflug im Januar ist in Deutschland insgesamt gering - für die meisten Allergikerinnen und Allergiker ist es einer der ruhigsten Monate des Jahres. Bei milder Witterung können allerdings bereits die ersten Frühblüher aktiv werden: Vor allem die Hasel setzt dann erste Pollen frei, vereinzelt folgt auch schon die Erle. Wer empfindlich auf diese beiden Arten reagiert, sollte milde Wetterphasen deshalb schon im Januar im Blick behalten.

Diese Pollen fliegen im Januar

Der Januar markiert den Übergang von der pollenarmen Winterzeit zum Beginn der neuen Pollensaison. Ob und wie viele Pollen tatsächlich unterwegs sind, hängt stark von der Witterung ab: Nach mehreren frostfreien, milden Tagen kann die Blüte der Frühblüher regional früher einsetzen. Bei anhaltendem Frost oder einer geschlossenen Schneedecke bleibt die Luft dagegen weitgehend pollenfrei.

Hasel

Die Hasel ist der wichtigste Frühblüher zu Jahresbeginn. Ihre Blütezeit reicht in Deutschland grob von Dezember bis März, der Schwerpunkt liegt meist im Februar und März. In milden Wintern oder in klimatisch begünstigten Regionen - etwa in Weinbaugebieten oder in großen Städten - können jedoch bereits im Januar erste Haselpollen fliegen. Die Belastung bleibt dabei überwiegend gering, kann an einzelnen milden Tagen aber lokal spürbar sein. Die Tendenz zeigt im Laufe des Monats nach oben.

Erle

Auch die Erle kann im Januar in die Saison starten. Ihre Blütezeit erstreckt sich von Januar bis April, die Hauptblüte liegt allerdings meist erst im Februar und März. Bei mildem Wetter werden vereinzelt schon im Januar erste Erlenpollen registriert. Da Hasel und Erle botanisch verwandt sind - beide gehören zu den Birkengewächsen - reagieren viele Betroffene auf beide Pollenarten gleichermaßen.

Weitere Pollenarten

Andere allergologisch relevante Arten spielen im Januar praktisch keine Rolle. Esche (März bis Mai), Birke (April bis Mai), Gräser (Mai bis August), Roggen (Mai bis Juni), Beifuß (Juli bis September) und Ambrosia (August bis Oktober) ruhen zu dieser Jahreszeit. Verschiebungen sind je nach Witterung und Region immer möglich - im Januar betreffen sie aber in erster Linie den Startzeitpunkt von Hasel und Erle.

Übersichtstabelle

Die folgende Tabelle fasst die typische Situation im Januar zusammen. Beachten Sie dabei: Die Angaben beschreiben den üblichen Verlauf in Deutschland. In einem sehr milden Winter kann die Belastung durch Hasel und Erle früher und etwas stärker einsetzen, in einem kalten Winter entsprechend später.

PollenartBelastung im JanuarTendenz
Haselkeine bis geringe Belastung, an milden Tagen erste Pollensteigend
Erlemeist keine, bei mildem Wetter vereinzelt erste Pollenleicht steigend
Eschekeine Belastunggleichbleibend
Birkekeine Belastunggleichbleibend
Gräserkeine Belastunggleichbleibend
Beifuß und Ambrosiakeine Belastunggleichbleibend

Was bedeutet das für Allergiker?

Wenn Sie ausschließlich auf Gräser oder Kräuter wie Beifuß reagieren, können Sie den Januar in aller Regel entspannt genießen. Anders sieht es aus, wenn Sie eine Frühblüher-Allergie haben: Dann lohnt es sich, die Wetterlage zu beobachten und an milden Tagen mit ersten Symptomen zu rechnen. Da die Belastung im Januar stark schwankt, ist ein Blick auf die tagesaktuelle Pollenflug-Vorhersage für Ihren Ort deutlich verlässlicher als jeder allgemeine Kalender.

Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie den Pollenkontakt zusätzlich reduzieren:

  • Prüfen Sie an milden, trockenen Tagen die aktuelle Vorhersage, bevor Sie längere Zeit im Freien verbringen.
  • Lüften Sie in milden Phasen eher kurz und stoßweise statt dauerhaft mit gekipptem Fenster.
  • Nutzen Sie frostige oder regnerische Tage für ausgedehnte Aktivitäten draußen - dann ist die Luft besonders pollenarm.
  • Wechseln Sie nach längeren Aufenthalten im Freien die Kleidung, wenn Sie empfindlich auf Hasel- oder Erlenpollen reagieren.
  • Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt rechtzeitig, ob und wann Sie mit Ihrer gewohnten Medikation beginnen sollten.

Treten bei Ihnen erstmals Beschwerden wie Niesreiz, laufende Nase oder juckende Augen auf, sollten Sie die Ursache ärztlich abklären lassen. Gerade im Winter werden erste Allergie-Symptome leicht mit einer Erkältung verwechselt.

Ausblick: So geht es im Februar weiter

Im Februar nimmt die Pollensaison spürbar Fahrt auf. Die Haselblüte erreicht in vielen Regionen ihre Hauptphase, und auch die Erle blüht zunehmend. Bei milder Witterung sind dann zeitweise mittlere, lokal auch höhere Belastungen durch Frühblüher möglich. Wer auf Hasel oder Erle reagiert, sollte spätestens jetzt die tägliche Vorhersage im Blick behalten und vorbereitende Maßnahmen mit ärztlicher Begleitung planen. Alle übrigen Pollenarten - von der Esche über die Birke bis zu den Gräsern - bleiben auch im Februar noch in der Winterruhe.

Häufige Fragen

Können im Januar schon Heuschnupfen-Symptome auftreten?

Ja, das ist möglich. Bei milder Witterung setzen Hasel und vereinzelt Erle bereits im Januar erste Pollen frei, die bei empfindlichen Personen Symptome auslösen können. Halten die Beschwerden an oder kehren sie jedes Jahr zur gleichen Zeit zurück, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Warum fliegen manche Pollen schon im Winter?

Frühblüher wie Hasel und Erle blühen noch vor dem Blattaustrieb und benötigen dafür keine hohen Temperaturen. Schon einige frostfreie, milde Tage können ausreichen, damit sich die Blütenkätzchen öffnen und Pollen freisetzen. Milde Winter verschieben den Saisonstart deshalb tendenziell nach vorne.

Ist der Pollenflug im Januar überall in Deutschland gleich?

Nein. In klimatisch milden Regionen, etwa im Rheintal oder in wärmebegünstigten Stadtlagen, beginnt der Frühblüher-Pollenflug oft früher als in höheren Lagen oder im kühleren Nordosten. Auch von Jahr zu Jahr unterscheidet sich der Start je nach Witterung deutlich - die tagesaktuelle Vorhersage zeigt Ihnen die Lage für Ihre Region.

Quellen & weiterführende Informationen

Stand: 03.08.2026

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