Saison
Pollenflug im Dezember: Diese Pollen fliegen jetzt
Der Pollenflug im Dezember ist in Deutschland so gering wie in kaum einem anderen Monat - die Luft ist weitgehend pollenfrei. Nur in sehr milden Wintern kann die Hasel bereits erste Pollen freisetzen, denn ihre Blüte beginnt in den letzten Jahren zunehmend früher. Für die meisten Allergikerinnen und Allergiker ist der Dezember damit ein Monat zum Durchatmen - und zugleich der ideale Zeitpunkt, um sich mit Arztterminen und Diagnostik auf die kommende Saison vorzubereiten.
Diese Pollen fliegen im Dezember
Der Dezember gehört zusammen mit dem November zu den pollenärmsten Monaten des Jahres. Gräser, Kräuter und die meisten Bäume ruhen vollständig. Ob überhaupt einzelne Pollen unterwegs sind, entscheidet fast ausschließlich die Witterung: Bei Frost oder einer geschlossenen Schneedecke bleibt die Luft praktisch pollenfrei. Folgen dagegen mehrere frostfreie, milde Tage aufeinander, kann der wichtigste Frühblüher regional schon vor dem Jahreswechsel aktiv werden.
Hasel
Die Hasel ist die einzige allergologisch relevante Pollenart, die im Dezember eine Rolle spielen kann. Ihre Blütezeit reicht in Deutschland grob von Dezember bis März, der Schwerpunkt liegt allerdings erst im Februar und März. In sehr milden Wintern öffnen sich die ersten Blütenkätzchen jedoch bereits im Dezember - vor allem in klimatisch begünstigten Regionen wie dem Rheintal, in Weinbaugebieten oder in wärmeren Stadtlagen. Auffällig ist dabei ein langfristiger Trend: Der Start der Haselblüte hat sich in den vergangenen Jahrzehnten tendenziell nach vorne verschoben, eine Dezember-Blüte wird dadurch häufiger. Die Belastung bleibt in diesem Monat trotzdem fast überall gering; nur an einzelnen milden Tagen können empfindliche Personen lokal erste Symptome bemerken. Die Tendenz zeigt zum Jahreswechsel hin leicht nach oben.
Weitere Pollenarten
Alle anderen wichtigen Arten ruhen im Dezember. Die Erle, deren Saison von Januar bis April reicht, startet frühestens um den Jahreswechsel - in der Regel erst bei milder Witterung im neuen Jahr. Esche (März bis Mai), Birke (April bis Mai), Gräser (Mai bis August), Roggen (Mai bis Juni), Beifuß (Juli bis September) und Ambrosia (August bis Oktober) sind im Dezember vollständig inaktiv. Verschiebungen je nach Witterung und Region sind zwar grundsätzlich möglich, betreffen in diesem Monat aber praktisch nur den Startzeitpunkt der Hasel.
Übersichtstabelle
| Pollenart | Belastung im Dezember | Tendenz |
|---|---|---|
| Hasel | meist keine, in sehr milden Wintern erste Pollen möglich | zum Jahreswechsel leicht steigend |
| Erle | keine Belastung, Saisonstart frühestens im Januar | gleichbleibend |
| Esche | keine Belastung | gleichbleibend |
| Birke | keine Belastung | gleichbleibend |
| Gräser und Roggen | keine Belastung | gleichbleibend |
| Beifuß und Ambrosia | keine Belastung | gleichbleibend |
Was bedeutet das für Allergiker?
Für fast alle Betroffenen ist der Dezember ein beschwerdefreier Monat. Wenn Sie auf Gräser, Birke oder Kräuter wie Beifuß reagieren, können Sie die Wintertage uneingeschränkt genießen. Nur bei einer Hasel-Allergie lohnt es sich, milde Wetterphasen im Blick zu behalten: Nach mehreren frostfreien Tagen kann ein kurzer Kontrollblick auf die tagesaktuelle Pollenflug-Vorhersage für Ihren Ort zeigen, ob regional bereits erste Haselpollen gemeldet werden.
Vor allem aber ist der Dezember der beste Monat, um sich in Ruhe auf die neue Saison vorzubereiten:
- Vereinbaren Sie jetzt einen Termin in einer allergologischen Praxis - im Winter sind Wartezeiten oft kürzer, und bis zum Saisonstart bleibt genug Vorlauf für die Diagnostik.
- Lassen Sie unklare Beschwerden aus dem Vorjahr abklären, etwa durch Haut- oder Bluttests. So wissen Sie vor der Saison, auf welche Pollenarten Sie tatsächlich reagieren.
- Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) für Sie infrage kommt - viele Behandlungen werden idealerweise einige Monate vor der Saison begonnen.
- Füllen Sie Ihre Vorräte an bewährten Medikamenten rechtzeitig auf, damit Sie beim ersten Pollenflug vorbereitet sind.
- Wenn Sie auf Hasel reagieren: Nutzen Sie kalte, frostige Tage für längere Aktivitäten im Freien - dann ist die Luft garantiert pollenarm.
Treten im Dezember Beschwerden wie Niesreiz oder eine laufende Nase auf, steckt dahinter meist ein Infekt und kein Pollenflug. Halten die Symptome jedoch ungewöhnlich lange an oder treten sie auffällig bei mildem Wetter im Freien auf, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Ausblick: So geht es im Januar weiter
Mit dem Januar beginnt die neue Pollensaison allmählich. Die Hasel weitet ihre Blüte bei milder Witterung aus, und auch die Erle kann in die Saison starten - zunächst mit geringen Belastungen an einzelnen milden Tagen. Bei anhaltendem Frost oder Schnee bleibt es dagegen weiterhin ruhig. Wer auf Frühblüher reagiert, sollte ab Januar wieder regelmäßig die tagesaktuelle Vorhersage prüfen und die mit der Ärztin oder dem Arzt besprochenen Maßnahmen bereithalten.
Häufige Fragen
Fliegen im Dezember überhaupt Pollen?
In den meisten Jahren kaum. Die Luft ist im Dezember weitgehend pollenfrei, weil nahezu alle allergologisch relevanten Pflanzen ruhen. Nur in sehr milden Wintern kann die Hasel regional schon erste Pollen freisetzen - meist in geringer, kaum spürbarer Konzentration.
Warum blüht die Hasel immer früher?
Die Hasel benötigt für ihre Blüte keine hohen Temperaturen - einige frostfreie, milde Tage reichen aus, damit sich die Blütenkätzchen öffnen. In milden Wintern verschiebt sich der Saisonstart deshalb nach vorne, und Beobachtungen zeigen, dass eine Blüte bereits im Dezember tendenziell häufiger wird. Wie früh es tatsächlich losgeht, unterscheidet sich von Jahr zu Jahr und von Region zu Region deutlich.
Warum ist der Dezember ein guter Zeitpunkt für einen Allergietest?
Außerhalb der Pollensaison sind die Beschwerden abgeklungen, und es bleibt ausreichend Zeit, Testergebnisse zu besprechen und eine Behandlung zu planen. Auch eine spezifische Immuntherapie wird häufig in den Monaten vor dem Saisonstart begonnen. Wer den Dezember für die Diagnostik nutzt, geht deutlich besser vorbereitet in das Frühjahr.
Quellen & weiterführende Informationen
- Deutscher Wetterdienst (DWD) — Pollenflug-Gefahrenindex
- Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB)
- Deutsche Haut- und Allergiehilfe (DHA)
- Robert Koch-Institut — Allergische Erkrankungen
- European Centre for Allergy Research Foundation (ECARF)
- Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID)
Stand: 03.08.2026
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